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FALLENSTELLER

Eine düster-groteske Novelle

Ein neues Haus.

Ein neuer Anfang.

Und ein Dorf, das niemals vergisst, die Zeche einzufordern.

 

Konrad Thesos sucht Ruhe und findet sie in einem scheinbar idyllischen Dorf. Das alte Küsterhaus ist bezahlbar, die Nachbarn sind aufdringlich herzlich, und der Pfarrer verschafft ihm sogleich Arbeit als Grabausheber.

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Doch die dörfliche Ordnung folgt bizarren Gesetzen: In den Vorgärten surren vollautomatische Fangmaschinen für die Treibjagd. In der Leichenhalle wird das Handwerk mit einer rostigen Guillotine verrichtet. Und am Stammtisch im Gasthaus Zur wilden Sau gilt eine eiserne Regel: Wer als Letzter am Tisch zurückbleibt, zahlt die gesamte Rechnung – notfalls mit dem eigenen Fleisch.

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Ehe Thesos begreift, wie unbarmherzig die Falle um ihn zuschnappt, ist es für eine Flucht längst zu spät.

 

Eine bitterböse, kafkaeske Novelle über Konformismus, bürokratischen Irrsinn und den schleichenden Verlust der eigenen Autonomie.

Edition »ex negativo«

 

Manchmal lässt sich das Wesen einer Sache erst dann begreifen, wenn man ihren Gegenentwurf betrachtet. Die Philosophie kennt dafür das Verfahren der Bestimmung ex negativo: Ein Begriff wird nicht durch das definiert, was er darstellt, sondern durch das, was er ausschließt. Im Negativ wird die Kontur des Positiven sichtbar; das Licht offenbart sich erst an der Härte des Schattens.

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Die Edition ex negativo überträgt diesen Gedanken auf die Erzählliteratur.

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Die Bände dieser Reihe widmen sich nicht den harmonischen Glättungen des Alltags, sondern den Bruchstellen zwischenmenschlicher Ordnung. Sie versammeln düster-groteske Novellen, Parabeln und Gedankenexperimente an den Schnittstellen von Social Horror, Satire und Weird Fiction.

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Es sind Geschichten über Systeme, die nach scheinbar unumstößlicher Logik funktionieren – und genau darin ihren Wahn entfalten. Sie erzählen von übergriffiger Dorfromantik, bürokratisierter Gewalt, der schleichenden Selbstaufgabe des Einzelnen und jener beklemmenden Normalität, mit der Gesellschaften das Ungeheuerliche verwalten.

 

Die Texte dieser Edition verzichten bewusst auf episches Beiwerk. Sie suchen die radikale Verdichtung der klassischen Novelle: eine unerhörte Begebenheit, ein straffer Spannungsbogen, ein unerbittlicher Zirkelschluss. Es geht nicht um die bequeme Ausdehnung eines Plots, sondern um die Destillation einer Idee bis auf ihren existentiellen Kern.

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Wer diese Geschichten liest, betritt eine Welt der verzerrten Spiegel. Sie erteilen keine moralische Belehrung, sondern fordern den Mut zum Blick in den Abgrund – um auf der Kehrseite des Absurden vielleicht zu erahnen, was Menschsein, Autonomie und Würde eigentlich bedeuten.

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